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Für Behinderte mindestens genauso wichtig

Kolumne vom 19.08.2017

Demnächst sind wieder Wahlen. Für viele Behinderte scheint dies eine aufwendige und eher lästige Pflicht zu sein. Warum eigentlich? Schließlich gibt es doch Briefwahl. Gerade für uns Behinderte ist es wichtig, mitzubestimmen.

von Robert Schneider

Immer häufiger lese und höre ich Aufrufe, entweder nicht zur Wahl zu gehen, oder einen ungültigen Wahlzettel abzugeben.
Irgendwer hat das Gerücht aufgebracht, damit ließe sich eine Meinung äußern. Jetzt mal auf deutsch: Das ist absoluter Quatsch!

In den Wochen vor der Wahl haben wir alle genügend Zeit, uns über die zu informieren, die zur Wahl antreten und unsere Meinung darüber zu äußern. Am Wahltag werden die gewählt, deren Ziele unseren am nächsten kommen. 

Da werden keine Statements abgegeben und keine Meinung geäußert.
Da werden Kreuze auf Papier gezählt. Nicht mehr und nicht weniger.

WahlurneGenau diese Kreuze sind für uns die grundlegende Möglichkeit, an der Demokratie teilzunehmen. Wer einen ungültigen Wahlzettel abgibt, dokumentiert damit nur eins: Er ist zu dumm, ein Kreuz auf ein Stück Papier zu malen.

Jede nicht abgegebene Stimme und jeder ungültige Wahlzettel ist eine Stimme für die, die ihr nicht wollt.

Ein ungültiger Wahlzettel ist kein Protest! Ungültige Stimmen interessieren nur die Statistiker. Wie sollen auch die, denen ihr einen Denkzettel verpassen wollt, erfahren, dass sie gemeint sind?

Bitte informiert euch über die, die zur Wahl antreten, geht zur Wahl und macht euer Kreuz bei denen, die euren Wünschen am nächsten kommen. Nicht denen eurer Betreuer, eurer Eltern, eurer Freunde oder eurer Chefs - nur eure Wünsche und Bedürfnisse zählen. Eure eigene Entscheidung ist hier gefragt.

Nur so funktioniert Demokratie!


Wie ich wählen werde? So, wie jedes Mal: Per Briefwahl und geheim.